Aumenau stellt sich Regionalwettbewerb

Ein Beitrag über den Informationsabend am 16. Mai 2017
von Jürgen Weil

Blick vom Saal zum Podium (J. Weil)

„Lokomotive“ Andreas Städtgen hat über 60 interessierte Aumenauer in einer Informationsveranstaltung im Hotel Lahnbrücke auf die erfolgreiche Beteiligung am hessischen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ eingestimmt. Er und Andreas Müller hatten die Idee, die Einwohner ziehen mit, weil sie einiges zu bieten haben und sich für eine lebenswerte Zukunft gut gerüstet sehen.

In neun Regionen Hessens findet der Wettbewerb statt, 124 Orte haben sich beworben, im Landkreis Limburg-Weilburg noch Waldbrunn-Hintermeilingen, Limburg-Offheim, Dornburg-Dorndorf und –Frickhofen. Die Koordinatorin vom Bauamt, Ute Schwarz, hat bereits bei der Bewerbung und beim Ausfüllen eines Dorffragebogens geholfen, jetzt gilt es einen aussagekräftigen Flyer herzustellen. Siegerorte kommen in einen Landes- und dann Bundesentscheid. Anders als zu Zeiten des „Gartenzwergewettbewerbs“ um das schönste Dorf geht es nicht mehr nur um Äußerlichkeiten oder bestimmte Schwerpunkte, sondern um eine ganzheitliche Betrachtung auf fünf Handlungsfeldern, die im ländlichen Raum eine wichtige Rolle spielen. Berater Hans-Joachim Egenolf, Fachdienstleiter Landentwicklung und Denkmalschutz im Landkreis, nannte:

  • wirtschaftliche Entwicklungskonzepte und ihre Verzahnung mit anderen Ortsteilen
  • bürgerschaftliche Selbsthilfeleistungen und kulturelle Aktivitäten
  • kommunale und private Baukultur
  • Grüngestaltung und Bezug zur umgebenden Landschaft
  • Gesamtbetrachtung aller Schnittmengen (auch Gewichtung einer Stärke-Schwächen-Analyse mit kreativen Problemlösungsideen)

Entsprechend ist auch die Bewertungskommission zusammengesetzt, fünf Experten, die am 22. August um 10.00 Uhr zum Einstieg eine multimediale Präsentation und dann eine anschließende 90-minütige Dorfinspektion mit Punkten bewerten. Städtgen verwies stolz auf Aumenau als „Idylle“ im Lahntal. „Ihr habt es aber schön hier“, höre man oft von Touristen, Boots- und Radwanderern. Beste Infrastruktur, soziales Miteinander, stabile Kindergarten- und Schulentwicklung mit Planung eines Ganztagsangebotes, Nord-Süd-Bahnlinie, Anbindung ins Rhein-Main-Gebiet, einzigartige Natur, Historie der Bodenschätze, eine Brücke zwischen Westerwald und Taunus.

Podium (vo. li.): BM Arnold-Richard Lenz, Initiator Andreas Städtgen, stellvertretende Bauamtsleiterin Ute Schwarz, Fachdienstleiter im Amt für den ländlichen Raum Hans-Joachim Egenolf, Jahrespraktkant Jonas Staat (J. Weil)

Andreas Städtgen skizzierte einen möglichen Rundgang vom Bahnhof mit seinem Cafè und Bistro zurück, parallel zur ehemaligen Eisenerztransporttrasse, über die Lahnbrücke, vorbei an erlebnisreicher Gastronomie. Über die Brunnenapotheke weiter die Lahnstraße mit zahlreichen sanierten Häusern entlang zum zentralen Platz an der Linde. Zum Dorfladen, Eckhardts Gutkauf, Petra Finks Hofladen und zum Reiterhof Scheu. Zu Anlaufstellen für Flüchtlinge, die sich um die Integration der Neubürger kümmern. bis zum neu gestalteten Schulhof, auch mit viel Eigenleistung der Eltern geschaffen. Schließlich zum Park der Erinnerung und Kultur- und Sozialzentrum. Themenpaten könnten Zusammenhänge erläutern, Gesangs- und andere Vereinsbeiträge zur Freizeitgestaltung, Darbietungen von Kindern sowie ortstypische kulinarische Angebote das Dorfleben veranschaulichen.

Blick vom Podium in den Saal

Spontan kamen ergänzende Vorschläge aus der Versammlung, auf Listen protokolliert sollen sie zur Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes beitragen und von einer Steuerungsgruppe umgesetzt werden. Andreas Städtgen und Bürgermeister Arnold-Richard Lenz appellierten an die Bürgerschaft, sich wie bei der 1250-Jahrfeier, den Kneipennächten oder dem letztjährigen Adventszauber zahlreich und kreativ als Gemeinschaft zu präsentieren, die Kommission solle Aumenau am 22. August mit allen Sinnen genießen können. Für Lenz geht es zudem nicht nur um Preisgelder, die regional bei 500 bis 4000 Euro liegen, sondern auch um eine schnellere Berücksichtigung beim Entwicklungsprogramm „IkEk“ (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept), das dem Marktflecken insgesamt hohe Landesmittel bescheren könnte. „Aumenau hat Zukunft – Villmar hat Zukunft“, sagte Lenz. „Unabhängig von einem Wettbewerbserfolg“, meinte Egenolf, „wird auf jeden Fall das Wir-Gefühl gestärkt.“ Und das sieht auch die Jugend so. Jonas Staat (17) aus Aumenau, auf dem Weg zum Fachabitur „Bautechnik“ und aktuell Jahrespraktikant im Bauamt: „Ich helfe, wo ich kann, es geht schließlich um meinen Ort und meine Zukunft.“

Text und Fotos: J. Weil

 

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